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¡Adiós, guapa!

giralda_tower_seville_spain.jpg

Ya te echo de menos.

Nach mehr als fünf Monaten in Spaniens schönem Süden, bin ich seit gestern wieder daheim und schließe hiermit meinen Blog.

Jeder, der die Möglichkeit hat einmal Sevilla zu besuchen, sollte das auch tun. Denn: Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla. (Wer Sevilla nicht gesehen hat, hat kein Wunder gesehen.)

Lissabon

Bevor hier alles zu Ende geht, folgt noch ein ultrakurzer Bericht über meinen Trip nach Lissabon.

Portugals Hauptstadt besticht v.a. durch die Lage am Delta des Tejo, die hügelige Altstadt, die knatternden Straßenbahnen…

Zudem war das Hostal das beste, in dem ich bisher war.

Bevor ich hier viele Worte verliere, poste ich lieber ein paar Fotos.

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Praca de Rossio

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Praca de Comercio

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Straßenbahn

Straßenbahn

Blick vom Castelo Sao Jorge auf den Tejo

Blick vom Castelo Sao Jorge auf den Tejo

Brücke des 25. Juli - schaut aus wie die Golden Gate Bridge

Brücke des 25. April - schaut aus wie die Golden Gate Bridge

Entdeckerdenkmal rechts, Atlantik links

Entdeckerdenkmal rechts, Atlantik links

Torre de Belem

Torre de Belem

¿Qué pasa, tío?

¿Qué pasa, tío?

Monasteiro de Sao Jeronimo

Mosteiro dos Jerónimos

Grabmal von Vasco da Gama

Grabmal von Vasco da Gama

Praca de Comercio

Praca de Comercio

Elevador da Glória

Elevador da Glória

Lissabon ist auf jeden Fall eine super Stadt mit ganz eigenem Flair. Wenn man durch die Straßen streift, riecht man den Fisch, den die Einheimischen auf ihrem Grill mitten auf dem Bürgersteig brutzeln lassen. Mit ein paar Brocken Spanisch und Französisch kann man sogar einiges auf Portugiesisch lesen, aber man versteht aufgrund der eigentümlichen Aussprache leider kein Wort.

Halb so groß,…

…ist doppelt so gut!

Wie alle wissen, die mich kennen, bin ich ein begeisterter Zeitungsleser. Deshalb ein paar Anmerkungen zu den periódicos hierzulande.

Wer kennt das nicht? Im Zug will man gerade gemütlich seine Süddeutsche lesen, als sich plötzlich jemand neben einen setzt. Also muss man ihm die halbe SZ ins Gesicht halten oder sie umständlichst auseinander nehmen und Stück für Stück lesen.

oder

Es schallt von der Wohnzimmercouch:

Dua amoi dei Zeidung weg. Wei so sig i nix.

Dabei liegt die Lösung doch so nah und die Spanier machens uns vor. Man wählt ein kleineres Zeitungsformat. Und schon kann man gemütlich im Bus oder in der Bahn seine El País, ABC, El Mundo… lesen.

Und wenn ich schon gerade dabei bin:

  • Ich will Gratiszeitungen wie adn, 20 minutos und qué. Die werden kostenlos an den Bushaltestellen und vor der Uni verteilt. Helfen bei längeren Busfahrten und langweiligen Vorlesungen.
  • Die Zeitungen müssen günstiger werden. Die El País kostet nur 1,20€.
  • Deutschland beste Zeitung sollte auch sonntags erscheinen, wie es hier in Spanien gang und gäbe ist.
  • In Spanien bekommt man öfter was geschenkt, wenn man eine Zeitung kauft. Zur ABC gibts sonntags immer eine DVD.

periodicos

Feria de Abril

Ok, die Feria hat, wie der Name schon sagt, im April stattgefunden und jetzt haben wir schon Juli. Aber pflichtbewusst wie ich bin, hau ich jetzt trotzdem noch einen Artikel dazu raus.

Die Feria dauert sechs Tage und während diesen befindet sich Sevilla im Ausnahmezustand. Von Dienstag bis Sonntag wird fast durchgehend gefeiert, sogar die Uni bleibt in der Zeit zu und die Frauen schmeißen sich in die buntesten Flamencokleider.

Ort: Sevilla, Stadtteil Los Remedios

Wann: sechs Tage, 28.April – 3. Mai 2009

Seit wann: 1847

Trinken: Manzanilla (ein Weißwein aus Sanlúcar de Barrameda), oder Manzanilla+Limonade=Rebujito

Essen: Süßspeisen, Tortilla, Fisch

Wo: Es gibt mehr als 1000 Zelte(casetas), die sich größtenteils im Besitz von Privatpersonen oder Organisationen befinden und nicht öffentlich zugänglich sind. Ausnahmen sind z.B. die Zelte der einzelnen Stadtteile Sevillas, wo jeder rein kann.

Tanzen: sevillana, ein in Andalusien verbreiteter Paartanz; im ersten Video ab 2:52 zu sehen

Stierkampf: Die Feria ist die Hauptstierkampfzeit in Sevilla und es treten die bekanntesten Matadore in der Maestranza auf.

Straßen: Diese sind nach berühmten Matadoren benannt.

Eingangsportal zum Festgelände

Eingangsportal zum Festgelände 2009

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Einmal quer durch Sevilla

Wie einige vielleicht schon wissen, ist Google Street View für Sevilla verfügbar. Ich möchte euch mal auf eine kleine Rundreise durch die Stadt schicken, indem ich die Links zu ein paar Sehenwürdigkeiten poste.

Viel Spaß in Andalusiens Hauptstadt!

Giralda und Kathedrale

Stierkampfarena

Basilica de la Macarena

Rathaus

Casa de Pilatos

Plaza de Santa Cruz

Universität

Plaza de España

Puente de Alamillo

Torre del Oro

Alameda de Hercules

Museo de las Bellas Artes

Plaza de la Encarnación

Reales Alcazares und Archivo de Indias nicht verlinkt, da in Fußgängerzone gelegen.

¡Ay, qué rico!

Heute war ich mit meinem Mitbewohner Tapasessen und habe dabei gleich mal  neue kulinarische Erfahrungen gemacht. Zwei Tapas wurden verspeist, die ich bis jetzt noch nicht probiert habe, obwohl es sie hier eigentlich an jeder Ecke gibt.

In der ersten Bar gabs Weinbergschnecken (caracoles) in Knoblauchsauce. Die waren sehr gut und die dazugereichte Sauce (salsa) sehr schmackhaft. Das ganze schaut dann ungefähr so aus:

Caracoles en salsa

caracoles en salsa

In der nächsten Bar gabs dann was ganz spezielles: cola de toro oder Stierschwanz. War gut, aber nicht überragend, nervige Fieselei um den Knochen inklusive. War wahrscheinlich einer der Stiere vom Donnerstag.

cola de toros

cola de toros

Das sind übrigens nur zufällig im Netz gefundene Beispielbilder, nicht dass jemand auf die Idee kommt hier in Macarena gäbe es Bars mit Tischdecken :-)

Stierkampf

Donnerstag, 15 Uhr, Mittagessen, Mitbewohner kommt rein

Mitbewohner: Andreas, was machst du jetzt?

Ich: Mmmmh, essen?

Mitbewohner: Ok, und danach?

Ich: Nichts.

Mitbewohner: Gehen wir ein Bier trinken?

Ich: Ok.

(Und bevor sich wieder jemand beschwert: mittags ein Bierchen zu trinken („tomar una cervecita“) ist für die Spanier das normalste auf der Welt. Auch wenn es fast 40 Grad im Schatten hat, sind die Bars immer gut gefüllt. Und man muss sich schließlich den einheimischen Gepflogenheiten anpassen.)

Eine recht typisch-sevillanische Bar liegt hier gleich um die Ecke. An der Kasse kleben Bildchen der Marienstatuen der Semana Santa, an den Wänden hängen die Schinken und ein Poster mit den Terminen der aktuellen Stierkampfsaison. Laut Poster finden die nächsten Kämpfe erst wieder im September statt. Aber zum Glück hat mich ein anderer Bargast beim Betrachten des Posters angesprochen und erzählt, dass im Juli jeden Donnerstag eine Stierkampf mit jungen Matadoren und noch nicht ausgewachsenen Stieren stattfindet. Also bin ich doch gleich am selben Abend zur Stierkampfarena marschiert um mir meine erste corrida de toros anzuschauen.

Die Arena in Sevilla um Ufer des Guadalquivir ist die älteste Spaniens und gilt ob ihres sachkundigen und kritischen Publikums als schwieriges Pflaster. Tickets für die Kämpfe während der Feria de Abril können leicht einige hundert Euro kosten, für mich warens nur sieben.

Zitat aus dem sehr ausführlichen Wiki-Artikel um den Ablauf eines Stierkampfes zu erklären:

Der Torero

Torero ist ein Oberbegriff für alle Teilnehmer einer Corrida, also Matador/Novillero, Banderilleros sowie Picadores.

Hauptfigur des Stierkampfes ist der Matador de Toros (span.: „Stiertöter“). Ein Matador beginnt als Novillero (span.: Neuling, Novize). In dieser Zeit kämpft er mit Jungstieren (spanisch Novillos). Erreicht er ein gewisses Niveau und hat er genügend Corridas als Novillero bestritten, so wird er in einer besonderen Zeremonie (Alternativa, span.: „Wechsel“) in den Rang eines Matador de Toros erhoben – fortan darf er gegen ausgewachsene Kampfstiere kämpfen. Pro Jahr werden in der Madrider Escuela de Tauromaquia etwa hundert Schüler für eine vierjährige Ausbildung zum Torero aufgenommen. Toreros, die in den großen Arenen auftreten, erhalten eine Gage von rund 50.000 Euro.

Ablauf der Corrida

Zu Beginn der Veranstaltung ziehen die Beteiligten in die Arena ein und präsentieren sich dem Publikum. Es sind dies: der Matador („Stiertöter“), die Picadores („Lanzenreiter“; wörtlich „Hauer, Stecher“) und die Banderilleros (von „banderilla“ = geschmückte Stechlanze). Diese erste Phase nennt man den Paseillo.

Zwei Reiter, die Alguacilillos, erbitten symbolisch den Schlüssel zur Puerta de los Toriles, dem Tor der Kampfstiere, vom Präsidium. Dieses Präsidium, dessen Präsident die Autorität erhalten hat, Stierkämpfe durchführen zu lassen, wacht über den Kampf. Gemäß den Reglements sollte der Präsident der Bürgermeister oder der Polizeichef der Stadt sein, jedoch ist diese Position unbeliebt, sodass häufig ein anderer Beamter das Amt übernimmt. Der Präsident stellt die höchste Autorität in der Arena dar und entscheidet über Ablauf, Wertung und evtl. Strafen.

Der eigentliche Kampf besteht aus drei Teilen, den Tercios („dt. Dritteln“), die durch Hornsignale voneinander getrennt werden.

Erster Teil

Im Tercio de Varas verwendet der Matador den Capote, ein großes, meist aussen purpurrotes und innen gelbes Tuch, um den Stier zu zitieren, aufzunehmen und seinen Ansturm zu mäßigen. Dabei ist es seine Hauptaufgabe, den Stier zu „lesen“, also die individuelle Verhaltensweise des Stieres in Bezug auf Angriffs- und Bewegungsablauf zu studieren und entsprechend sein eigenes Vorgehen für den dritten Teil des Kampfes festzulegen. Bereits in diesem frühen Stadium offenbaren sich die Fähigkeiten (capacidades) des Stieres und die Möglichkeiten (posibilidades) des eigentlichen Kampfes zwischen Stier und Matador im letzten Drittel der Begegnung.

Neben dem Matador sind auch zwei Lanzenreiter, die Picadores, in der Arena, die den Stier mit ihren Lanzen im Nackenbereich verwunden. Seit 1928 sind die Pferde durch eine Peto genannte Polsterung geschützt. Je nach Stierkampf kann auch nur ein Picador eingesetzt werden. Die Distanz zwischen Stier und Picador vor dem Angriff ist durch zwei konzentrische Kreidekreise markiert, die in einem Abstand von 2 Metern in den Sand gezeichnet sind. Im ersten Drittel geht es darum, die Tapferkeit und Angriffslust des Stier zu zeigen, der mehrmals angreifen soll, obwohl er dabei bestraft wird. Die verwundete Nacken- und Schultermuskulatur zwingt den Stier zum Absenken des Kopfes, was die spätere Tötung durch den Matador mit dem Degen erst ermöglicht. Das Publikum begleitet die Arbeit der Picadores häufig mit Pfiffen und Buh-Rufen, wenn einem als wenig oder mittelmäßig befähigt beurteilten Stier allzu sehr zugesetzt wird. Während der Verwundung des Nackens dürfen die Picadores dem Stier den Ausweg zur Mitte der Arena nicht versperren, sonst droht eine Strafe durch den Präsidenten.

Zweiter Teil

Im zweiten Teil treten die so genannten Banderilleros auf, deren Aufgabe es ist, dem Stier drei Paare langer, mit bunten Bändern versehene Spieße (Banderillas) so in den Rücken zu stechen, dass sie hängen bleiben. Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg der Banderilleros ist die Colocación (etwa: „Einpassung, Anbringung“) der Spieße. Ziel ist es, den Muskelstrang zwischen den Schulterblättern des Stieres zu treffen, zu schwächen und zu markieren, ohne jedoch den Zugang für den finalen tödlichen Stoß des Matadors zu versperren. Hierbei ziehen die Banderilleros die Aufmerksamkeit des Stieres durch Zurufe auf sich. Dies ist die einzige Situation, in welcher der Stier in seinem Angriffsverhalten auf das Erscheinungsbild eines Menschen geprägt wird (bei der Aufzucht des Stieres wird darauf geachtet, dass eine solche Situation in keinem Fall eintritt).

Der Angriff des Stieres wird pariert, indem der Banderillero im richtigen Moment seinen nach hinten gespannten Körper vorschnellen lässt und die in den erhobenen Händen gehaltenen Banderillas in den Nacken des Stieres stößt. Dann zieht er sich aus der Angriffsrichtung des Stieres, die er zuvor durch das „Lesen“ des Stieres erahnt hat, zurück und verbirgt sich hinter der hölzernen Barriere der Arena, um eine erneute Attacke des Stieres zu verhindern. Dies wiederholt sich dreimal. Sehr selten und nur in bestimmten Plazas werden, wenn der Stier den Kampf verweigert, die Banderillas negras oder Banderillas de castigo (schwarze Banderillas oder Straf-Banderillas) eingesetzt. Diese Banderillas haben, mit acht Zentimeter, längere Widerhaken. Besonders gelungene Figuren der Akteure, der Banderilleros, des Matadors und auch des Stieres, werden vom Publikum mit lauten Olé-Rufen begleitet. Umgekehrt werden schlechte Akteure vom Publikum ausgepfiffen. Insgesamt sind sechs Verhaltensweisen des Publikums von Bedeutung: am deutlichsten wird Missfallen mit Pfiffen ausgedrückt, gefolgt von Murren und Stille (Silencio). Zustimmung wird mit leichtem Klatschen (Palmas), Ovationen (Ovaciones) und schließlich stehenden Ovationen (Ovaciones de pie) zum Ausdruck gebracht. Dies gilt nur in der Phase der Faena. Es kann durchaus geschehen, dass ein Matador während dieses Abschnitts gefeiert wird, aber durch einen unwürdigen Tötungsakt die Gunst des Publikums verspielt und die Arena nicht durch die große Tür verlassen kann (Salir por la puerta grande; „Abgang durch das große Tor“).

Dritter Teil  (Faena)

Im dritten und wichtigsten Teil des Stierkampfes, der Faena (etwa: „Arbeit“), sind nur noch der Matador, ausgerüstet mit einem kleineren dunkelroten Tuch, der Muleta, und einem Degen, und der Stier in der Arena. Sie dauert etwa acht Minuten. Sollte sich diese Phase zu lange hinziehen, ertönen Signale (Avisos). Ziel des Matadors ist es, den Stier und seine individuellen Eigenschaften zu nutzen, um seinen Mut, Respekt, aber auch seine Überlegenheit unter Beweis zu stellen. Der Stier ist zu diesem Zeitpunkt schon schwer verletzt. Sollte der Matador in gefährliche Situationen geraten, eilen seine Helfer herbei, die den verwundeten Stier ablenken. Um Verletzungen des Matadors zu verhindern, werden häufig die Hörner des Stieres abgeschliffen.

Der Matador versucht, die Angriffe des Stieres zu parieren, seine Bewegungen vorauszuahnen und die eigenen Bewegungen mit jenen des Stieres abzugleichen, um so tradierte Figuren und Bewegungsabläufe auszuführen. Von Anhängern des Stierkampfes wird dieser Teil des Kampfes mit einem Tanz verglichen, wozu auch die in dieser Phase gespielte Musik, der Paso Doble, beiträgt. Die Bewegungsabläufe und Figuren sind in der Tradition des Stierkampfes festgelegt, und das erforderliche langjährige Training wird in der Fachliteratur etwa den Anforderungen an einen Stabhochspringer gleichgesetzt.

Zuletzt sticht der Matador dem Stier mit seinem Degen (Estoque) tief in den Nacken, in den Spalt zwischen den Schulterblättern. Hierbei versucht er den Stierkopf in eine tiefe Position und die Vorderhufe in parallele Stellung in etwa 25 cm Abstand zu bringen. Erst in dieser Position kann der Matador mit seinem Degen von oben herab, zwischen die Schulterblätter hindurch, das Herz des Stieres erreichen. Der Degen wird nach erfolgtem Stoß, möglichst bis zum Heft, steckengelassen.

Da dieser Stich den Stier nicht sofort tötet, wird er von den anderen helfenden Stierkämpfern zu einigen Hin- und Her-Bewegungen des Kopfes und kurzem Lauf gereizt, bis er vollkommen erschöpft niedersinkt. Dann wird er durch einen Helfer (Puntillero) gezielt, mittels eines Dolchstoßes ins Genick, getötet. Sollte er dies nicht zuwege bringen, wird dies als Schande betrachtet, da der Stier seiner Würde beraubt wird. Sehr selten werden außergewöhnlich mutige und starke Stiere „begnadigt“. Dies war beispielsweise im legendären Stierkampf vom 5. Oktober 1879 in der Arena von Córdoba der Fall, als der Stier mit dem Namen Murciélago (spanisch „Fledermaus“) aus der Zucht von Joaquín del Val de Navarra einen derart blutigen Kampf gegen den Torero Rafael Molino führte, dass das Publikum nach 24 Schwertstößen dessen „Begnadigung“ verlangte. Nach dem Kampf wurde Murciélago an den Züchter Antonio Miura verschenkt, der mit diesem Stier eine neue Zuchtlinie begründete, deren Nachkommen noch heute in spanischen Kampfarenen anzutreffen sind. Es kann auch vorkommen, dass sich ein Stier als ungeeignet für den Kampf erweist, z.B. aufgrund einer Verletzung. Der Präsident der Arena kann dann entscheiden, den Stier wieder aus der Arena treiben und gegen den Sobrero, den Ersatzstier auszutauschen.

Nach dem Tod des Stieres wird der Matador vom Publikum bejubelt, das durch geschwenkte Taschentücher darüber Auskunft gibt, ob es dem Torero als Zeichen der Ehre zugesteht, eine Ehrenrunde durchzuführen. Als besondere Trophäe kann der Matador ein Ohr, beide Ohren oder beide Ohren und den Schwanz des Stieres als Trophäe erhalten. Die Entscheidung über die Belohnung des Matadors fällt der Präsident der Stierkampfarena, der in einer geschmückten Loge im Oberrang der Arena sitzt. Eine schlechte Vorstellung des Matadors wird vom Publikum mit gellenden Pfiffen und unter anderem (verbotenerweise) mit dem Wurf der (gemieteten) Sitzkissen in die Arena quittiert. Als besondere Wertschätzung für den Matador werden mitunter Zigarren in die Arena geworfen.

Wenn der Stier besonders angriffslustig oder außergewöhnlich ausdauernd war, wird er mit Pferden oder Maultieren in einem großen Bogen durch den Ring geschleift, was als Ehrenbezeugung angesehen wird.

An diesem Abend war alles dabei: sieben Stiere, zwei Toreros wurden auf die Hörner genommen, ein abgeschnittenes Ohr, mehrere Male stehenden Ovationen mitsamt Schwenken der weißen Taschentücher, Auspfeifen eines für unfähig befundenen Stieres. Nur die picadores fehlten, was wahrscheinlich daran lag, dass es sich um Jungstiere handelte. Eine spannende Erfahrung wars trotzdem.

Der Fotoupload funktioniert gerade nicht, aber hier (Bild 15 bis 76) gibts viele Eindrücke eines Stierkampfes in Sevilla.

Trick 21

Jetzt muss ich aber mal erzählen, wie ich überhaupt zu meinem ersten Spanischkurs gekommen bin. Nachdem ich in der Schule ja Englisch, Latein und Französisch (in dieser Reihenfolge und ebendieser Begeisterung dafür) gelernt hatte, entschlossen sich mein Studienkollege Daniel und ich im vierten Semester mal anzufangen Spanisch zu lernen. Motivation war glaub ich intellektuelle Unterforderung durch das Studium, da bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher ;-)

Am ersten Kurstermin waren allerdings mehr als 50 Leute anwesend, die das gleiche Ansinnen hatten und die Kursleiterin Maria-Jesús beschloss, dass das Los entscheiden müsse, wer mitmachen dürfe und wer nicht (Onlineanmeldung gabs damals noch nicht). Nach ein paar Ermahnungen durch Maria-Jesús, dass doch bitte bloß diejenigen bleiben mögen, die den Kurs auch wirklich durchziehen wollen, verließen eine Hand voll Aufrichtige den Raum. Einige haben dann rumgejammert, dass sie den Kurs unbedingt brauchen, weil sie nächstes Semester nach Spanien gehen. (Die Jammerlappen werden ins Ausland geschickt ohne auf Spanisch bis drei zählen oder sich ein Bier bestellen zu können? Waren übrigens alles BWLer.) Neun Ausredenmeister haben sich insgesamt zusammengefunden und so blieben von den ursprünglichen 30 Plätzen nur noch 21 übrig. Die Glücklichen, die jetzt eine Nummer bis 21 zogen waren dabei. Ich war es leider nicht. Daniel schon.

So ein Mist. Was machen wir jetzt? Sprachkurs alleine ist auch langweilig. Die Unglücklichen verließen derweil den Raum, aber wir beschlossen, dass es besser wäre einfach mal sitzen zu bleiben und abzuwarten. Und dann geschah das Wunder von Novogarchinsk. Alle haben ihre Zettel einfach auf einen Haufen oder in den Mülleimer geworfen und beim anschließenden Eintragen in die Teilnehmerliste standen plözlich 31 Studenten drauf. Spanisch-lässig wurde das mit „Huch, jetzt sinds 31. Naja, einer mehr macht auch nichts.“ kommentiert und schwups war ich Teilnehmer in meinem ersten Spanischkurs. Diesem folgten noch einige weitere und heute kann ich auf fast 5 Monate Aufenthalt in Spaniens schönem Süden zurückblicken.

König der Tempos

In Sevilla gibts die lustigsten Typen, z.B. den hier:

An jeder größeren Straßenkreuzung in Sevilla steht einer dieser Taschentuchverkäufer um den Autofahrern seine Ware feil zu bieten. Howard arbeitet neben dem Einkaufszentrum „Plaza de Armas“, in dessen Nähe ich den ersten Monat des Semesters gewohnt habe, und ist aufgrund seiner Verkleidungen wohl der bekannteste aller Verkäufer von „Kleenex“ (der Wort hat sich in Spanien als Allgemeinbegriff für Papiertaschentuch herausgebildet, ähnlich wie „Tempo“ in Deutschland). Im Untergeschoss des Plaza de Armas befindet sich ein beliebter Supermarkt und da man in Spanien mindestens einmal am Tag zum Supermarkt marschiert, ist Howard im Viertel bekannt wie „ein bunter Hund“.

D

Mittlerweile ist mein Blog mehr als 500-mal aufgerufen worden. Ich bedanke mich hiermit bei all meinen Fans, Aficionados und Groupies.

Ihr könnt schon mal auf Beiträge über Lissabon, die Feria de Abril, Ronda, Jerez usw. freuen.

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